Gedenkgottesdienste

Der Verein organisiert ca. in einem Abstand von 1,5 Jahren eine Gedenkgottesdienst. Diese für jeden offenen Gottesdienste sind häufig sehr emotional. Für viele sind diese Gottesdienste die Möglichkeit, auch noch nach vielen Jahren, die Zeit zu finden, um diese Kinder zu trauern, die man niemals aufwachsen sieht.

Der Gedenkgottesdienst 2019 muss leider verschoben werden.

Traditionell würden wir jetzt wieder einen Gedenkgottesdienst für unsere verstorbenen Kinder planen. Auch in diesem Jahr gab es viele Überlegungen, wie ein Gottesdienst in Corona-Zeiten gestaltet werden könnte. Ein Gottesdienst unter freiem Himmel? Ein Online-Gottesdienst? Ein Gottesdienst in der Kirche, aber mit Abstand, Mundschutz und ohne Umarmungen? Dies war für uns schwer vorstellbar. Die Entwicklung der Pandemie hat unsere Überlegungen zu einem Gedenkgottesdienst im Winter nun ohnehin zunichte gemacht. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der Gottesdienst wird auf jeden Fall nachgeholt, vielleicht im Frühjahr unter freiem Himmel, wenn die Pandemie es dann zulässt. Wir freuen uns sehr, wenn Ihr Ideen und Wünsche habt, die wir bei der Planung umsetzen können.

„…hinter dem Horizont…“

Das Bild eines Segelschiffes, dass hinter dem Horizont für immer verschwindet, war Ausgangspunkt des ökumenischen Gedenkgottesdienstes für fehlgeborene, totgeborene und früh verstorbene Kinder im Jahr 2019. Auch diese Kinder sind für ihre Familien nicht mehr erreichbar, hinter dem Horizont verschwunden.  Meist bleiben nicht einmal mehr sichtbare Spuren von ihnen. Und auch begleitende, erklärende Worte und helfende Hände können diesen Verlust nicht  ausgleichen. Warum also kamen Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde und professionelle Helfer jeder Fachrichtung zu diesem Gottesdienst? Ein Element war dabei ganz wichtig: Noch einmal wurden die Namen der verstorbenen Kleinen genannt, sie sind nicht vergessen. Und ein Zweites: Für jedes verstorbene Kind wurde als Symbol ein Schiffchen dem Meer übergeben. Und das Dritte: Auch wenn viele traurige, zornige und verletzte Menschen in den Reihen sitzen, so war doch auch Wärme spürbar: im gemeinsamen Schweigen, in tröstenden Gesten, im Zusammenrücken von Betroffenen und Helfern, in Liedern und Worten, die von Trauer, aber auch Zuversicht und Gottvertrauen erzählten, und in jener Liebe, die durch die kurzen Augenblicke ihres Lebens durch die Kinder selber geschenkt wurde. Das vollständige Motto des Gottesdienstes lautete daher „…hinter dem Horizont wartet Liebe“.

Was ist Sterben?

Charles Henry Brent, „What is dying?“
Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte
wie es am Horizont verschwindet.
Jemand an meiner Seite sagt: „Es ist verschwunden.“
Verschwunden wohin?
Verschwunden aus meinem Blickfeld – das ist alles.
Das Schiff ist nach wie vor so groß wie es war
als ich es gesehen habe.
Dass es immer kleiner wird und es dann völlig aus
meinen Augen verschwindet ist in mir,
es hat mit dem Schiff nichts zu tun.
Und gerade in dem Moment, wenn jemand neben
mir sagt, es ist verschwunden, gibt es Andere,
die es kommen sehen, und andere Stimmen,
die freudig aufschreien: „Da kommt es!“
Das ist Sterben.

Der Gedenkgottesdienst im Frühjahr 2018 stand unter dem Thema „Stille Spuren“.